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Auslandsinvestitionen: Kostengründe werden wichtiger

Kategorie Allgemein, Finanzen, Politik 31. Mai 2015

Fast jeder zweite Industriebetrieb investiert im Ausland

Betonmischer

Immer mehr deutsche Unternehmen investieren im Ausland: fast jeder zweite Industriebetrieb in diesem
Jahr. Foto: Life-of-Pix-free-stock-photo

Immer mehr deutsche Unternehmen investieren im Ausland: fast jeder zweite Industriebetrieb in diesem Jahr – so viele wie noch nie zuvor. Im Jahr 2003 lag dieser Anteil noch bei 38 Prozent. Das ergibt eine aktuelle DIHK-Umfrage. Ein wichtiges Motiv neben Vertriebsaufbau und Markterschließung ist dabei auch die Kostenreduktion. Das zeigt: Geplante Regulierungen, die die Kosten am Standort Deutschland erhöhen, machen eine Produktionsverlagerung ins Ausland attraktiver.

Der Erfolg deutscher Unternehmen im Ausland schafft auch Arbeitsplätze im Inland – noch. So rechnet der DIHK in diesem Jahr mit 40.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen allein in der Industrie. Allerdings ist es kein gutes Signal für den Standort Deutschland, dass Kosten als Motiv für ein Engagement im Ausland wieder stärker in den Vordergrund rücken – und das im zweiten Jahr in Folge. Dies geben 23 Prozent der Unternehmen an. Zuvor hatte das Kostenmotiv über lange Jahre nahezu kontinuierlich an Bedeutung verloren (2003: 42 Prozent) – ein Ausdruck für verbesserte Standortbedingungen. Mittlerweile schlägt sich die verschlechterte Kostenstruktur hierzulande – insbesondere durch hohe Energiepreise sowie steigende Arbeits- und Bürokratiekosten – in den längerfristigen Planungen der Unternehmen nieder.

Auslandsinvestitionen: Unternehmen im Inland zurückhaltender

 

Galt die letzten Jahre: Wer im Ausland investiert, stärkt seine Position und schafft auch im Inland überproportional viele Arbeitsplätze, so kehrt sich dies nun um. Betriebe, die aus Kostengründen im Ausland investieren wollen, zeigen sich beim Engagement am heimischen Standort zurückhaltender. Unter dem Strich fällt ihre Beschäftigungsplanung sogar negativ aus. Im Jahr 2014 war der Saldo noch ausgeglichen. Der DIHK warnt: Die Diskussion der Bundesregierung über weitere Regulierungen, z. B. bei der Zeitarbeit und den Werkverträgen, aber auch beim Rückkehrrecht für Teilzeitbeschäftigte, erhöhen für viele Unternehmen den Kostendruck und machen die Produktionsverlagerung ins Ausland interessanter.

Auslandsinvestitionen: Ziel sind die EU-15-Länder

 

Als Zielregion der Investitionen landen die EU-15-Länder auf dem ersten Platz. Nach dem rasanten Wachstum von 40 Prozent im Jahr 2013 auf 46 Prozent im Jahr 2014 können diese Länder abermals punkten: 2015 investieren dort 47 Prozent aller auslandsaktiven Betriebe. Viele europäische Standorte haben Reformen angepackt und ihre Wettbewerbsfähigkeit merklich verbessern können. Dadurch wird die Region als Standort attraktiver und zieht vermehrt Investitionen aus Deutschland an. So schaffen deutsche Unternehmen im Jahr 2015 in den EU-15-Staaten 50.000 neue Arbeitsplätze.

Auf Rang zwei landet der langjährige Spitzenreiter China, der um drei Punkte auf 45 Prozent zulegt. Nordamerika erzielt mit einem deutlichen Plus von sechs Prozentpunkten den höchsten Zugewinn an neuen deutschen Investoren und etabliert damit seinen dritten Rang.

Investitionen, insbesondere in den USA, sind oftmals Folgen der regulatorischen Umstände, da Unternehmen nur so den dortigen Markt überhaupt bedienen können. Für viele Betriebe – besonders mittelständische – ist diese Option nicht erschwinglich. Ein Freihandelsabkommen wie TTIP würde die unnötigen Markteintrittsbarrieren reduzieren. Und diese Märkte wären leicht von Deutschland aus zu erschließen. Etliche zusätzliche Investitionen würden hierzulande stattfinden. Prinzipiell gilt: Die Standortattraktivität bei Investitionsentscheidungen wird in Zeiten globaler Wertschöpfungsketten zunehmend von Investitionsabkommen beeinflusst. Angesichts ausbleibender Fortschritte im Rahmen der WTO unterstützt der DIHK den Ansatz der Europäischen Kommission, vermehrt bilaterale Handelsabkommen zu verhandeln.

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