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Der Online-Handel wird 2015 noch einmal kräftig zulegen

Kategorie Online 30. März 2015

Knapp 50 Milliarden Euro Umsatz im Online-Handel erwartet. Große Potenziale hat der Online-Möbel-Handel.

E-Commerce-Umsatz in Deutschland in den Jahren 2012 und 2013 und Prognose bis 2015 (in Milliarden Euro)

E-Commerce-Umsatz in Deutschland in den Jahren 2012 und 2013 und Prognose bis 2015 (in Milliarden Euro). Grafik: Statista

Die Umsätze im Online-Handel sollen in diesem Jahr noch einmal kräftig zulegen. Die Prognosen erwarten im Online-Handel knapp 50 Milliarden Euro Umsatz. Das geht aus einer jüngst veröffentlichten Statistik des Statistischen Bundesamtes (statista) hervor. Lagen die Umsätze im Online-Handel vor drei Jahren (2012) noch bei knapp 25 Milliarden Euro, werden sie sich in diesem Jahr beinahe verdoppelt haben. Von ähnlichen Zahlen gehen übrigens auch der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (bevh) und der Handelsverband Deutschland (HDE) aus, wenngleich man hier mit den Prognosen für das laufende Jahr etwas vorsichtiger ist. So erwartet der bevh ein Marktvolumen im Online-Handel bis Ende des Jahres von knapp 47 Milliarden Euro, der HDE geht von knapp 44 Milliarden Euro aus. Letztendlich ist bei allen Prognosen jedoch ein deutlicher Trend klar erkennbar: Der Online-Handel wird in 2015 noch einmal kräftig zulegen und nimmt damit im Markt eine klare Position ein.

Marktführer im Bereich Online-Handel ist die Bekleidungsbranche, deren Umsätze von gut 7 Milliarden Euro in 2013 auf beinahe 8,5 Milliarden Euro in 2014 gestiegen sind. Gleich darauf folgt der Markt der Elektronikgeräte mit einem Umsatz von 3,8 Milliarden Euro in 2013 und 4,6 Milliarden Euro in 2014. Rückläufig hingegen sind die Umsätze bei den Büchern, die laut bevh im Jahr 2013 noch bei etwas über 5 Milliarden lagen und im Jahr 2014 nur noch 3,7 Milliarden Euro betrugen.

Trendführer mit den deutlichsten Potenzialen nach oben ist beim Online-Handel die Möbelbranche. Hier wurden im Jahr 2013 insgesamt 1,2 Milliarden Euro umgesetzt. Und nur ein Jahr später waren es bereits knapp 2,2 Milliarden Euro. Damit konnte die Möbelbranche ihre Umsätze gerade im Online-Bereich beinahe verdoppeln. Diese Potenziale bestätigt übrigens auch die AGOF, die Arbeitsgemeinschaft Online Forschung e.V.: „Die Einrichtungsindustrie trifft im Internet auf attraktive Kundenpotenziale – unter den stationären Internetnutzern sind es 25,49 Millionen, bei den mobilen Internetnutzern 19,39 Millionen Menschen. Das Produktinteresse richtet sich in beiden Potenzialgruppen an erster Stelle auf Möbel oder Gegenstände zur Wohnungseinrichtung, an zweiter Stelle stehen Haushaltsgroßgeräte.“ Auch für die Recherche nach Möbel, Wohnaccessoires und Haushaltsgroßgeräten werde das Internet in erheblichem Maße genutzt. Weit mehr als die Hälfte der Onliner, nämlich 30,19 Millionen Menschen, greife für die Informationssuche bei Einrichtungsfragen auf das Netz zu, das mobile Internet werde dazu von 5,67 Millionen Menschen genutzt. Auch hier stünden in beiden Potenzialgruppen Möbel an erster Stelle. Die AGOF: „Das Internet wird bereits von über einem Viertel (26,1 Prozent) der deutschen Internetnutzer – das sind 13,80 Millionen Menschen – als Einkaufsplattform für den Erwerb von Einrichtungsgegenständen genutzt und entwickelt sich damit zu einem zusätzlichen Absatzkanal neben dem Ladengeschäft. Dabei rangieren Möbel oder Gegenstände zur Wohnungseinrichtung mit mehr als doppelt so vielen Online-Käufern deutlich vor den Haushaltsgroßgeräten.“

Bereits vor knapp zwei Jahren kam die Unternehmensberatung „Absolit“ zum dem Ergebnis, „dass die klassischen Möbelhändler das Internet verschlafen“. „Im Rahmen der Studie wurden die Online-Präsenzen der 32 führenden Möbelhändler nach insgesamt 24 verschiedenen Kriterien analysiert. Resultat: Von den etablierten Playern sind lediglich Ikea, Otto, Karstadt und Roller adäquat präsent“, betonte Studienautor Torsten Schwarz. Alle anderen Möbelhändler hätten sich online von neuen Anbietern wie Design3000, Home24, Fashion for Home, Westwing, myFab oder Avandeo überholen lassen, zitierte Klaus Janke aus der Studie. Unter den weiteren „Klassikern“ schlage sich lediglich das Dänische Bettenlager noch passabel. Der Rest sehe das Internet maximal als Pflichtübung. „Dabei bringt es die AGOF hervorragend auf den Punkt, wie fatal es in der Möbel-Branche ist, den Online-Handel zu missachten: 60,8 Prozent der Internetnutzer, also 32,09 Millionen Menschen, planen bestimmt oder vielleicht innerhalb der nächsten 12 Monate den Kauf von Einrichtungsgegenständen. Bei über der Hälfte (53,5 Prozent) richtet sich die Kaufplanung auf Möbel oder Gegenstände zur Wohnungseinrichtung, über ein Viertel (28,4 Prozent) plant den Kauf von Haushaltsgroßgeräten“, erläuterte Joe Rahn vom Auricher Unternehmen SEOnovum – Online Marketing Management – die „AGOF facts & figures – Branchenpotenziale im Internet“. Rahn zitiert aus der Studie: „Das Internet erfreut sich aufgrund seiner Flexibilität bei Einrichtungsbelangen wachsender Beliebtheit: So können sich Konsumenten hier unabhängig von Öffnungszeiten inspirieren lassen, gezielt Produkte vergleichen und bei Gefallen auch sofort bestellen. Dies macht digitale Werbung für Einrichtungsunternehmen im Rahmen einer ganzheitlichen Kundenkommunikation unverzichtbar, wobei es angesichts der digitalen Kundenpotenziale noch Nachholbedarf bei den Online- und Mobile-Spendings dieser Unternehmen gibt.“

Autor: Hans-Peter Heikens

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