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Ein Drittel hat Probleme bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen

Kategorie Allgemein, Osnabrück 24. Mai 2017
Jedes dritte Unternehmen konnte im letzten Jahr die angebotenen Ausbildungsplätze nicht besetzen. Das ist das Ergebnis der Aus- und Weiterbildungsumfrage der IHK Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim, an der sich im Frühjahr über 100 regionale Unternehmen beteiligten. „Damit hat sich dieser Anteil seit 2011 verdoppelt. Eine Trendumkehr ist aufgrund des demographischen Wandels nicht in Sicht“, stellt Hans-Jürgen Falkenstein, stellvertretender Hauptgeschäftsführer IHK Osnabrück, fest.
Als Hauptgrund für die Besetzungsprobleme sehen die Unternehmen aus der Region den Mangel an geeigneten Bewerbern. Auf das geringere Bewerberpotenzial reagieren sie verstärkt mit einer Verbesserung ihres Ausbildungsmarketings. Um die passenden Auszubildenden zu finden, bieten zwei Drittel der Unternehmen Praktikumsplätze an. Die Hälfte der Unternehmen nimmt auch neue, bislang weniger beachtete Bewerbergruppen in den Fokus.
„Entscheidend ist, die Unternehmen mit den passenden Ausbildungsinteressierten zusammenbringen“, so Falkenstein weiter. Die IHK bietet hierfür Serviceleistungen für beide Seiten an, die Jugendlichen und die Unternehmen. So können die Ausbildungsinteressierten z. B. online in der IHK-Lehrstellenbörse nach freien Ausbildungsplätzen suchen und sich an die IHK Azubi-Finder wenden. Diese helfen auch den Unternehmen bei der Suche und Auswahl von geeigneten Bewerbern.
Aus Sicht der Unternehmen muss jetzt vor allem die Berufsorientierung in den Schulen verstärkt werden. Dabei stellen die unklaren Berufsvorstellungen der Schulabgänger mit 79 % das größte Ausbildungshemmnis dar. Die Unternehmen der Region fordern daher, dass die Berufsorientierung ein verpflichtendes Element in der Lehrerausbildung wird und an allgemeinbildenden Schulen, insbesondere an Gymnasien, einen größeren Stellenwert bekommt. Viele Betriebe möchten auch selbst dazu beitragen: So wollen 43 % vermehrt mit Schulen kooperieren und ihr betriebliches Engagement ausbauen.
Darüber hinaus gab ein Drittel der regionalen Unternehmen an, in den kommenden zwei Jahren Flüchtlinge ausbilden zu wollen. Fortgeschrittene Deutschkenntnisse auf dem Niveau B2 sowie ein gesicherter Aufenthaltsstatus bleiben die wichtigsten Voraussetzungen für den Start einer Ausbildung. „Über Praktika und Einstiegsqualifizierungen können Flüchtlinge an eine betriebliche Ausbildung herangeführt werden“, erläutert Falkenstein die Maßnahmen, mit denen bereits 41 % der Unternehmen Flüchtlinge einbinden.
Auch lernschwächere Jugendliche rücken in den Fokus der regionalen Unternehmen. Mängel in der Ausbildungsreife versuchen die Unternehmen mit firmeneigener Nachhilfe, ausbildungsbegleitenden Hilfen der Agentur für Arbeit und betrieblichen Einstiegsqualifizierungen zu verringern.

Quelle: IHK Osnabrück

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