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Energiewende bleibt für viele Unternehmen eine Belastung

Kategorie Allgemein, Osnabrück, Wirtschaft 28. September 2017

„Die regionalen Unternehmen bewerten die Energiewende zwar weniger negativ als in früheren Umfragen. Dennoch bleiben die Energiekosten eine Belastung für große Teile des industriellen Mittelstands. So machen EEG-Umlage, Netzentgelte und weitere Umlagen für Industriekunden inzwischen rund vier Fünftel der Stromkosten aus.“ Dies erklärte IHK-Hauptgeschäftsführer Marco Graf anlässlich der Veröffentlichung des sechsten Energiewende-Barometers der IHK-Organisation.

Deutschlandweit wurden von den IHKs im Juni 2017 mehr als 2.200 Betriebe zu den Themen Energiepolitik und Versorgungssicherheit befragt. Regional beteiligten sich knapp 100 Unternehmen. Nachdem in den ersten Befragungen die Ablehnung der Energiewende überwog, bewerten mittlerweile über die Hälfte der befragten regionalen Unternehmen die Auswirkungen der Energiewende auf die Wettbewerbsfähigkeit ihres Unternehmens weder ausgeprägt positiv noch negativ. Dennoch sind insbesondere die hohen von staatlichen Abgaben dominierten Stromkosten für viele Unternehmen im internationalen Wettbewerb ein Standortnachteil.

So ist für 30 Prozent der befragten Unternehmen in der Region die Bedeutung der Energiepreise in den letzten zwölf Monaten gestiegen. 2016 lag der Anteil dieser Unternehmen noch bei zehn Prozent. Auch die Entlastungswirkung sinkender Strompreise ist vorbei. Sie sind nach der Talfahrt in den vergangenen drei Jahren für mehr Betriebe aus der Region gestiegen als gesunken (34 Prozent zu zwölf Prozent). Zurückzuführen ist dies auf einen erneuten Anstieg der Strompreisbelastung vieler Unternehmen zum Jahreswechsel 2016/2017. Neben einem deutlichen Anstieg bei der EEG-Umlage (+ 0,5 Cent/kWh) legten auch die Netzentgelte zu.

Aus Sicht der Unternehmen dürfen niedrigere Strompreise aber nicht durch einen Abbau von Entlastungen erkauft werden, die für die internationale Wettbewerbsfähigkeit energieintensiver Betriebe wichtig sind. 70 Prozent der regionalen Unternehmen (bundesweit 61 Prozent) sprechen sich für eine Beibehaltung der Entlastungsregelungen wie die Besondere Ausgleichsregelung im EEG und den Spitzenausgleich bei der Strom- und Energiesteuer aus. Nur zwölf Prozent der befragten regionalen Betriebe (bundesweit 18 Prozent) sehen das anders. Mit 33 Prozent landet diese Maßnahme regional auf den zweiten Platz der wichtigsten Instrumente der Energiepolitik. Bundesweit belegt diese Maßnahme den dritten Platz. Weitere Maßnahmen sind u. a. die Senkung der Strompreisabgaben und der Netzausbau.

Maßnahmen zur Umsetzung der „Energiewende im Unternehmen“ haben weiterhin eine hohe Bedeutung. 35 Prozent der regionalen Betriebe haben bereits Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz ergriffen. 39 Prozent der Unternehmen geben laufende Projekte an. 51 Prozent der regionalen Betriebe setzen auf die Einführung eines Energie-oder Umweltmanagementsystems. 27 Prozent der regionalen Unternehmen wollen ein Energieaudit durchführen. Auch die Information und Qualifizierung von Mitarbeiten spielt eine große Rolle. Über 70 Prozent der befragten Unternehmen engagieren sich in diesem Bereich. „Unsere IHK unterstützt den zielgerichteten und systematischen Erfahrungsaustausch in Energieeffizienznetzwerken“, so Graf.
In den von der IHK begleiteten Netzwerken REGINEE Emsland, REGINEE Osnabrück und Energieeffizienznetzwerk Nordwest wirken 30 regionale Betriebe mit. Ein weiteres Netzwerk befindet sich in der Gründungsphase. Für Auszubildende besteht zudem die Möglichkeit, sich bei der IHK zu „Energie-Scouts“ zu qualifizieren.

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