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Grenzübergreifende Zusammenarbeit von Unternehmen

Kategorie Unternehmen 24. März 2015

Einen Aktionsplan zur Förderung grenzübergreifender Zusammenarbeit von Unternehmen stellte Cathrin Hörmann kürzlich in der Geschäftsstelle der Ems Dollart Region (EDR) in Bad Nieuweschans vor. Die gebürtige Osnabrückerin, die inzwischen in Groningen wohnt, erstellte den Aktionsplan während ihres Praktikums bei der DER, teilte die Geschäftsstelle dem Handelsforum mit. Im Rahmen ihrer Forschungsarbeit habe die 24-Jährige auch zahlreiche Experten aus unterschiedlichen Branchen von beiden Seiten der Grenzen befragt. Nach Cathrin Hörmanns Ansicht ist es wichtig, dass sich Unternehmen gut vorbereiten, wenn sie den Schritt über die Grenze wagen – diese Vorbereitung hat sie als „Die drei K“ zusammengefasst: Kurse, Kontakte knüpfen und Kennenlernen von regionalen Betrieben.  Der Punkt „Kurse“ bezieht sich in diesem Zusammenhang auf die nötige Kenntnis von Sprache sowie von kulturellen Unterschieden.

Auf diesen Vorgaben basiert Hörmanns Aktionsplan mit drei Vorschlägen:

1.  Vertiefung der Zusammenarbeit in der Metallbranche

Cathrin Hörmann stellte jetzt bei der DER ihren Aktionsplan  zur Förderung grenzübergreifender Zusammenarbeit von Unternehmen vor.

Cathrin Hörmann stellte jetzt bei der DER ihren Aktionsplan zur Förderung grenzübergreifender Zusammenarbeit von Unternehmen vor.

Die Zusammenarbeit zwischen der Unternehmerorganisation „Koninklijke Metaalunie District Noord“ und dem Metall- und Maschinenbaunetzwerk MEMA könne durch ein Netzwerkprojekt weiter ausgebaut werden. Weitere Partner sollten für die Kooperation gewonnen werden. „Die Metallbranche eignet sich aufgrund ähnlicher Rechtsvorschriften und Gesetze gut für die grenzübergreifende Zusammenarbeit“, betonte Cathrin Hörmann, die im vergangenen Jahr ihr Masterstudium „Business Administration“ abschloss. „In der Baubranche gibt es hingegen viele Unterschiede bei den Rechtsvorschriften und Gesetzen sowie in den Bauweisen. Dadurch wird die grenzübergreifende Zusammenarbeit erschwert.“

2. Bestehende Initiativen verknüpfen

„Das ist eine Erweiterung des ersten Vorschlags. Anstelle einer Zusammenarbeit, die sich auf die Metallbranche beschränkt, könnte zum Beispiel die maritime Branche integriert werden. Das würde Branchen und die entsprechenden Unternehmer miteinander verbinden“, erklärte Cathrin Hörmann. Durch Veranstaltungen würden sich Unternehmer vernetzen. Katja Baumann, künftige Geschäftsführerin des Maritimen Kompetenzzentrums (MARIKO) in Leer, konnte als eingeladene Expertin bereits von guten Erfahrungen berichten: „Teile unseres deutsch-niederländischen Projektes MariTIM sind für die Metallbranche interessant – zum Beispiel, wenn es um den Tankbau für Schiffe geht. Wichtig ist, dass die Fragestellungen bei branchenübergreifenden Kooperationen konkret sein müssen.“

3. Ausbau der bestehenden Unternehmertreffen

Seit mehreren Jahren werden grenzübergreifende, themenbezogene Unternehmertreffen unter anderem im Ems Dollart Business Forum (EDBF) organisiert. Cathrin Hörmann regt in ihrem Aktionsplan an, die Veranstaltungen noch nachhaltiger zu gestalten und weiter zu professionalisieren. Ein Projekt zu starten, in  dem ein Organisationsteam entsteht, welches die Treffen noch häufiger als das bisherige EDBF organisiert, sei hilfreich. Hans de Wolf, Wirtschaftsförderer der Gemeinde Oldambt, stimmte zu: „Das EDBF bietet viel Dienstleistung – aber es ist eine Netzwerkveranstaltung. Wir wollen mit den Veranstaltungen auf eine Ebene gelangen, auf der wir konkret grenzübergreifende Geschäfte und Kooperationen anschieben.“ Philippe Hondelink von der „Koninklijke Metaalunie District Noord“ wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass seine Organisation auch mit Unternehmerreisen gute Erfahrungen gemacht habe. Bald stehe eine Unternehmer-Reise zur Weltausstellung nach Mailand an.

EDR-Geschäftsführer Karel Groen betonte abschließend: „Die grenzübergreifende Zusammenarbeit ist in der Wirtschaft nicht immer einfach und benötigt Ausdauer. Aber der Aufwand lohnt sich.“

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