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Gülleausbringung: Größer, breiter, teurer

Kategorie Allgemein, Landwirtschaft, Weser-Ems 12. September 2015
Grösser, breiter,teurer - Gülleasbringung

Etwa 800 Besucher informierten sich über die neueste Technik der Gülleausbringung. Fotos: Große Enking

Die Zeiten, in denen es bei der Ausbringung von Gülle und Gärresten zu erheblichen Geruchs- und Ammoniakfreisetzungen gekommen ist, gehen zu Ende. Aber nicht nur bei der Emissionsminderung, sondern auch bei der Verbesserung der Düngeeffizienz und der Reduktion von Bodenverdichtungen hat es große Fortschritte gegeben.

Dies wurde auf einer Maschinenvorführung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen zur umwelt- und pflanzengerechten Ausbringung von Wirtschaftsdüngern am Donnerstag in Stadthagen deutlich.
Bei den Verteiltechniken hat sich viel getan.

Breitverteiler wie Prallbleche, Schwenkdüsen oder Düsenbalken verlieren weiter an Bedeutung und werden nach Inkrafttreten der neuen Düngeverordnung wohl bald der Vergangenheit angehören.
Auch Schleppschlauchverteiler, die in Stadthagen mit bis zu 33 m Arbeitsbreite gezeigt wurden, sind in einigen Regionen auf dem Rückzug.

Für die Ausbringung werden zunehmend Schleppschuhverteiler eingesetzt. Diese legen die Gülle in einen zuvor gezogenen kleinen Schlitz emissionsarm ab. Die Geräte eignen sich nicht nur für die Ausbringung auf Grünland, auch im jungen Getreide im Frühjahr können sie eingesetzt werden.
Eine noch emissionsärmere Ausbringung ermöglichen Schlitzgeräte. Hier wird der Boden mittels einer Scheibe schlitzförmig geöffnet und die Gülle direkt in Grünland oder auch Getreidebestände injiziert. Den Pflanzen können so direkt zum Zeitpunkt des tatsächlichen Bedarfs Nährstoffe ohne Verluste verabreicht werden.

Die neuen Techniken haben gewiss viele Vorteile. Nachteilig sind die höheren Kosten und oft auch höheren Eigengewichte der Maschinen. So wurden Güllewagen mit bis zu 25 m3 Fassvolumen und einem Leistungsbedarf von 250 PS gezeigt. Bei Listenpreisen ab etwa 140  000 bis hin zu 240  000 € ist eine hohe Auslastung dieser Technik für den wirtschaftlichen Einsatz notwendig. Dies ist im eigenen Betrieb oft nicht mehr gewährleistet, sodass die Ausbringung von Gülle und Gärresten zunehmend von Maschinengemeinschaften und Lohnunternehmern übernommen wird. Josef Große Enking

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