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Handel reagiert auf Online-Konkurrenz

Kategorie Allgemein, Kammern, Online, Wirtschaft 15. August 2016

IHK - Osnabrück, Emsland, Graschaft BentheimUnternehmen wollen mit verbesserter Beratung punkten

Der Online-Handel wächst und hat den stationären Handel in den vergangenen Jahren unter Druck gesetzt. Mehr als die Hälfte aller Groß- und Einzelhändler in Niedersachsen spüren den Konkurrenzdruck, für fast jeden zehnten Betrieb ist er existenzgefährdend. Das zeigt eine Sonderumfrage der niedersächsischen Industrie- und Handelskammern (IHKs), an der sich mehr als 500 Handelsbetriebe beteiligt haben.

„Die Tendenz ist eindeutig: Ob Online-Shop oder die Präsenz auf digitalen Marktplätzen wie Amazon oder Ebay, ‚Multi­Channel‘-Strategien spielen eine immer größere Rolle“, kommentiert der Hauptgeschäftsführer der IHK Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim, Marco Graf, die Ergebnisse. Lediglich sechs Prozent der Händler geben an, das Internet nicht zu nutzen. Demgegenüber planen 63 Prozent der Betriebe eine Ausweitung ihrer Online-Aktivitäten. „Die technischen Möglichkeiten des Online-Handels sind noch lange nicht am Ende angekommen“, so Graf.

Mittlerweile verfügen auch fast 80 Prozent der Handelsbetriebe über eine eigene Homepage, jeder Dritte davon mit zusätzlichen Services wie zum Beispiel einer Verfügbarkeitsabfrage für Produkte. Ein Drittel der Händler hat einen eigenen Online-Shop. Dabei gibt es deutliche Unterschiede zwischen dem Großhandel (38 Prozent) und dem Einzelhandel (22 Prozent). Ebenfalls rund ein Drittel der Händler nutzt soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter. Diese werden vom Einzelhandel (44 Prozent) deutlich intensiver verwendet als vom Großhandel (27 Prozent).

Für die meisten Betriebe spielt der Umsatz über das Internet bislang noch eine untergeordnete Rolle. Nur 12 Prozent der Einzelhändler geben an, dass Online-Kanäle inzwischen mehr als ein Fünftel des Gesamtumsatzes ausmachen, im Großhandel sind es immerhin 19 Prozent.

Betriebe, die keine Ausweitung ihrer Online-Aktivitäten planen, begründen dies hauptsächlich mit zu hohen Kosten (Einzelhandel: 38 Prozent, Großhandel: 14 Prozent), geringem Nutzen (37 bzw. 31 Prozent) und fehlenden personellen Kapazitäten (30 bzw. 13 Prozent). Ein Drittel der Betriebe hält sein Sortiment für ungeeignet und 27 Prozent schrecken vor den logistischen Herausforderungen wie Lagerung, Verpackung, Versand und Retourenabwicklung zurück. Nur ein geringer Anteil der Betriebe sieht technische und rechtliche Anforderungen oder ein fehlendes elektronisches Warenwirtschaftssystem als Hemmnisse an.

Der stationäre Handel reagiert auf den zunehmenden Konkurrenzdruck nicht nur durch eigene Online-Aktivitäten, sondern auch durch Optimierungen im Ladengeschäft. 71 Prozent der Händler wollen mit einer verbesserten Beratungskompetenz bei den Kunden punkten. Außerdem optimieren sie die Warenpräsentation (Einzelhandel: 45 Prozent, Großhandel: 25 Prozent). Viele Händler umwerben ihre Kunden mit besonderen Events und Sonderaktionen (41 bzw. 26 Prozent) sowie mit zusätzlichen Services wie zum Beispiel Bonussystemen für Stammkunden (39 bzw. 33 Prozent). Im Einzelhandel kommt zudem der Pflege von Kundendaten eine immer stärkere Rolle zu, um individuelle Werbung gezielt einsetzen zu können.

 

Quelle: IHK Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim

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