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Handwerkskammer Ostfriesland: Frühjahrsumfrage

Kategorie Kammern, Unternehmen 11. Mai 2015

Ergebnis der Frühjahrsumfrage der Handwerkskammer für Ostfriesland: Handwerk in Ostfriesland läuft robust

Nach leichter Abschwächung zeigt sich die wirtschaftliche Erwartung optimistisch. Fachkräfteengpass spitzt sich zu

Arbeiter an einer Drehmaschine

Im Zuliefererhandwerk, wozu die Landmaschinenmechaniker oder die Feinwerkmechaniker gehören, stellte jeder dritte Betrieb neue Mitarbeiter ein. Foto: www.amh-online.de

„Die Handwerksbetriebe behaupten sich in einem rauer werdenden Klima“, kommentiert Hauptgeschäftsführer Peter-Ulrich Kromminga die aktuelle konjunkturelle Frühjahrsumfrage der Handwerkskammer für Ostfriesland. So habe das Stimmungsbarometer im Vergleich zum Vorjahr über die Wintermonate einen Dämpfer abbekommen. Mit einem Geschäftsklimaindex von 49 Punkten liegt der Wert, der die aktuelle Wirtschaftslage beurteilt, zehn Indexpunkte niedriger. Dennoch, die Inhaber zeigen sich zuversichtlich: Vier von fünf der Befragten bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als „gut“ oder „zufrieden“.

Handwerkskammer Ostfriesland: Wir gehen vor einer leichten Schwächung aus

„Wir gehen von einer leichten, vorübergehenden Schwächung aus“, bezieht sich Kromminga auf die positive Auswertung der erwarteten Geschäftslage. Mit einem Indexwert von 65 Punkten schätzen die Handwerker ihre zukünftige konjunkturelle Situation ebenso optimistisch ein wie im Vorjahr. „Das wirtschaftliche Umfeld ist für das Handwerk gut. Besonders das Ausbauhandwerk wird beflügelt“, begründet der Diplom-Ökonom. Die politischen Nachwirkungen der Euro- und Finanzkrise sowie anhaltend niedrige Zinsen lenkten das Geld der Verbraucher verstärkt in sogenannte Sachwerte. Investitionen in Immobilien und Sanierungen seien für die Konsumenten weiterhin attraktiv. Den Grund für die abgeschwächte Konjunktur führt er unter anderem auf das personenbezogene Dienstleistungsgewerbe zurück. Mit einem Wert von nur 28 Indexpunkten (Vorjahr 50 Punkte) erreicht die Branche ein Allzeittief. Friseure, Kosmetiker, Textilreiniger und Fotografen beklagen einen Umsatzrückgang: Jedes zweite Unternehmen musste mit geringeren Einnahmen wirtschaften. „Besonders die Einführung des Mindestlohns macht dem Friseurhandwerk als klassische Niedriglohnbranche zu schaffen“, erklärt Kromminga.

Kfz-Handwerk auf niedrigem Niveau, so die Handwerkskammer Ostfriesland

Saisonbedingt befinden sich zudem das Bauhauptgewerbe sowie das Kfz-Handwerk auf einem niedrigen Niveau. In allen anderen Gewerken hingegen zeigt sich ein positives Stimmungsbild. Absoluter Spitzenreiter ist dabei das Lebensmittelhandwerk mit einem Indexwert von 58 Punkten. Laut dem Hauptgeschäftsführer zählt das Bäckerhandwerk zu den Gewinnern. Per Saldo konnten 83 Prozent der befragten Betriebe Erhöhungen der Verkaufspreise durchsetzen. Dicht dahinter folgt das Ausbauhandwerk mit 57 Indexpunkten auf Vorjahresniveau. Die gewerblichen Zulieferer sowie die Gesundheitshandwerke melden eine konstante Geschäftslage. Allerdings äußerten die ostfriesischen Kleinbetriebe, wie etwa Orthopädietechniker, Hörgeräteakustiker, Zahntechniker und Augenoptiker, Probleme mit den gesetzlichen Krankenkassen. „Durch die Marktmacht drücken sie die Preise. Das stellt die Gewerke vor erheblich bürokratischen Herausforderungen“, fasst Kromminga zusammen. Laut aktueller Umfrage ist hier der Auftragsbestand per Saldo um 20 Prozent zurückgegangen und auch die Verkaufspreise mussten bei 40 Prozent der Betriebe nach unten korrigiert werden.

Auch die Situation am Arbeitsmarkt hat sich verschärft. „Fachkräfte werden in allen Sparten händeringend gesucht“, sagt Kromminga. Einen Einstellungs-Boom verzeichneten die Feinwerkmechaniker, Metallbauer, Gebäudereiniger, Kälteanlagenbauer, Landmaschinenmechaniker, Elektromaschinenbauer und Werbetechniker: Jedes dritte befragte Unternehmen konnte neue Mitarbeiter einstellen. Die übrigen Branchen mussten eine negative Beschäftigungsentwicklung hinnehmen. „Eine Entlastung ist nicht in Sicht. Ganz im Gegenteil. Die Situation wird sich noch zuspitzen“, prognostiziert der Hauptgeschäftsführer anhand der Beschäftigungszahlen, wonach die Betriebe planen, weiterhin einzustellen; im Lebensmittelhandwerk sei sogar jeder zweite Betrieb auf Mitarbeitersuche.

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