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Handwerkskammer Ostfriesland: Zukunft liegt im Smart Home

Kategorie Allgemein, Kammern 29. Juni 2015

Smart Home: Das vernetzte Zuhause entwickelt sich zum Wachstumsmarkt fürs Handwerk

Frank Zieler an einer Steuereinheit für Smart Home

Frank Zieler installiert Photovoltaikanlagen, die über ein Touch-Panel oder über das Smartphone steuerbar sind. Foto: HWK/W. Feldmann

Die Rollläden fahren mit den ersten Sonnenstrahlen im Schlafzimmer hoch, die Kaffeemaschine schaltet sich ein und das Bad ist bereits wohltemperiert – mit einem vernetzten Eigenheim werden Strom, Licht und Wärme ganz automatisch geregelt. Möglich wird dies durch das intelligente Zusammenspiel der Gebäudetechnik. Aber was verbirgt sich dahinter? Und wer kann die Technik einbauen? Frank Zieler, Geschäftsführer der LIMA Elektrotechnik GmbH in Aurich, beschäftigt sich mit dem aufstrebenden Markt und bietet für Privat- und Gewerbekunden Einzellösungen oder Komplettsysteme an.

Smart Home: Schwammiger Modebegriff?

 

Für ihn ist „Smart Home“ ein schwammiger Modebegriff, der alte und bewährte Technik sowie neuestes Equipment umfasst. In einem E-Haus sind sämtliche elektrische Geräte wie Beleuchtung, Unterhaltungselektronik, Rollläden, Heizung, Belüftung und Sicherheitsanlagen miteinander gewerkeübergreifend vernetzt. Sie können so zentral oder von unterwegs gesteuert werden. „Die Frage, ob alle Fenster verschlossen und alles ausgeschaltet ist, stellt sich nicht mehr. Ein Blick aufs Handy genügt“, erzählt der Elektroinstallateurmeister. Neben der neuen Wohnqualität bietet die Gebäudesystemtechnik auch eine effizientere Energienutzung. So teilt das offene Fenster der Heizung mit, dass es keinen Sinn mehr macht zu heizen. Und die Waschmaschine schaltet sich erst ein, wenn die Photovoltaikanlage Strom liefert.

 

Den Smart Home Handwerker gibt es nicht

Einen ausschließlichen Smart-Home-Handwerker gibt es allerdings nicht. „Es tummeln sich viele Gewerke auf dem Markt – die Elektrotechnik ist die Schnittstelle dazu“, sagt der 47-jährige Geschäftsführer. Beispielsweise bietet das SHK-Gewerk Steuerungslösungen für regulierbare Thermostate an und der Fensterbauer liefert Sicherungssysteme gleich mit. Alles verbunden mit einem Bussystem, welches in den Wänden verlegt wird. LIMA hat sich auf den europäischen Standard KNX für die Gebäudesystemtechnik spezialisiert. „Viele Anlagen sind damit kompatibel und Kunden haben die Sicherheit, dass sie nicht abhängig von einem Hersteller oder Installateur sind“, erklärt Frank Zieler.

Smart Home heißt auch Sicherheitstechnik

 

Richtig interessant sei der Markt derzeit für Gewerbekunden, bei denen die Sicherheitstechnik und der Energieverbrauch eine große Rolle spielen, erzählt der Handwerker weiter, zückt sein Smartphone, tippt ein kleines Bild an und ein Videolivestream seines Gartens poppt auf. Videoüberwachung sei derzeit sehr gefragt und einfach nachzurüsten. Ganz ohne aufstemmen von Wänden könnten diese kleinen Technikwunder mittels Funksystem über einen Router mit Tablet, PC oder Computer vernetzt werden. Es ermöglicht Gewerbekunden, beispielsweise Türen außerhalb der Dienstzeiten für Lieferanten zu öffnen oder Privatkunden den Postboten ihres Vertrauens einzulassen. „Besonders zum Einsparen von Energie rechnet sich der Aufwand, ein Bussystem fest zu installieren“, so Frank Zieler. Wenn die Sonne die Büros aufhellt passt sich das Licht dem Tagesverlauf an und nach Feierabend werden die Fenster und Türen per Tastendruck automatisch verschlossen, die Heizung runter geregelt und die Lichter abgeschaltet.

Experten sind sich einig: der Markt für den Privatverbraucher steht kurz vor dem Durchbruch. Nach einer aktuellen Studie des Prüfungs- und Beratungsunternehmens Deloitte sollen bis zum Jahr 2020 voraussichtlich in einer Million Haushalte intelligente und vernetzte Sensoren und Geräte eingesetzt sein. Derzeit allerdings investieren nach Eindrücken des Meisters nur echte Technik-Fans mit dem nötigen Kleingeld in komplett vernetzte Eigenheime. Die ostfriesischen Smart Homes seien demnach eher rar gesät. Wer sich dennoch die Option zum intelligenten Wohnen offen lassen möchte, dem empfiehlt er, im Neubau Leerrohre einzuplanen: „Dann kann auf Funksysteme später verzichtet werden.“

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