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IHK Oldenburg: Aufschwung setzt sich kräftig fort

Kategorie Kammern, Oldenburg, Wirtschaft 24. Juli 2017

Zweitbeste Lagebeurteilung seit 1996

Unternehmen wollen deutlich mehr investieren

Fachkräftemangel bremst Wachstum

Grafik Aufschwung IHK Oldenburg„Die Konjunktur hat im zweiten Quartal 2017 kräftig angezogen“, freut sich Björn Schaeper, Geschäftsführer für Wirtschaftspolitik bei der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK), über das Ergebnis der jüngsten IHK-Konjunkturumfrage unter rund 500 Unternehmen aus dem Oldenburger Land. Fast jeder zweite Befragte beurteilt die aktuelle Geschäftslage als gut, nur sieben Prozent als schlecht. Das sei die zweitbeste Beurteilung seit 1996. Auch niedersachsenweit hat sich die Stimmung deutlich verbessert.
Der Aufschwung werde von allen Branchen im Oldenburger Land getragen, so Schaeper. Besonders stechen derzeit das Baugewerbe und die Dienstleistungen hervor. Neben der privaten Wohnungsbaunachfrage ziehen im Baugewerbe nun auch die gewerblichen Bauinvestitionen an. Der Großhandel profitiert von der guten Industriekonjunktur. Gleiches gilt auch für das Transport- und Logistikgewerbe, das zudem nach dem Ende der Geflügelpest wieder von steigenden Aufträgen aus dem Ernährungsgewerbe berichtet.
„Die Aussichten für die nächsten Monate werden hingegen etwas zurückhaltender beurteilt als im Vorquartal“, beschreibt der IHK-Geschäftsführer die Erwartungshaltung der befragten Unternehmen. Das sei aber nachvollziehbar, da die aktuelle Geschäftslage bereits nahe am Allzeithoch liege. „In Gipfelnähe wird die Luft bekanntermaßen dünn“, so Schaeper. Der IHK-Konjunkturklimaindex, der die Einschätzungen zu Geschäftslage und -erwartungen zusammenfasst, fällt leicht um drei Zähler auf 118,8 Punkte – er liegt damit aber noch deutlich über dem Fünf-Jahres-Trend.
Ein starkes Indiz für die wirtschaftliche Zuversicht ist die deutlich gestiegene Investitionsneigung der Unternehmen. Seit Jahresanfang 2016 haben die Investitionsabsichten kontinuierlich zugenommen. Aktuell rechnen besonders Industrieunternehmen sowie Unternehmen aus dem Logistikgewerbe mit deutlich steigenden Investitionsausgaben. Auch im Handel, Baugewerbe sowie Dienstleistungsgewerbe bleiben die Aussichten positiv. Insgesamt überwiegt der Anteil der Unternehmen mit expansiven Investitionsplänen im Oldenburger Land um 22 Prozentpunkte und damit etwas stärker als im Niedersachsen-Durchschnitt (18 Prozentpunkte).
„Die Zeichen stehen weiter auf Aufschwung, Risiken gibt es dennoch“, gibt Schaeper zu bedenken. Zwar habe sich nach dem G20-Gipfel die Gefahr protektionistischer Maßnahmen seitens der USA reduziert, ganz vom Tisch seien sie aber nicht. Auch der Brexit bleibe in den Hinterköpfen. „Das größte aktuelle Hemmnis ist aber der Fachkräftemangel“, so Schaeper zu den Antworten der Umfrageteilnehmer. Über 56 Prozent berichten von Schwierigkeiten, geeignetes Personal zu finden. Das betrifft mittlerweile alle Branchen, besonders aber das Bau- sowie das Logistikgewerbe.
Die Branchen im Einzelnen
Die Auftragseingänge der Industrie sind im zweiten Quartal leicht gestiegen, der Auftragsbestand ist auf zufriedenstellendem Niveau. Gut ist die Geschäftslage derzeit im Maschinenbau und bei den Herstellern von Metallerzeugnissen.
Jeder zweite Befragte im Baugewerbe gibt eine Auftragsreichweite von über vier Monaten an, jeder vierte von zwei bis drei Monaten. Dank der guten Auslastung berichtet jedes zweite Unternehmen von einer guten Ertragslage.
Der Einzelhandel ist mit der gegenwärtigen Geschäftslage trotz des witterungsmäßig durchwachsenen Sommeranfangs noch zufrieden. In einzelnen Branchen befürchten die Einzelhändler jedoch eine abnehmende Konsumneigung. Hierdurch werden die Umsatzerwartungen an das anstehende Quartal gedämpft.
Im Großhandelsbereich bleibt die Stimmung gut, jedes zweite Unternehmen meldet eine günstige Geschäftslage. Anhaltend niedrige Zinsen und die gute Baukonjunktur bieten für viele Großhändler Wachstumschancen, während der Fachkräftemangel den Unternehmen Sorgen bereitet.
Das zweite Quartal verlief für das Verkehrsgewerbe positiv. Rund ein Drittel der Befragten meldetet ein gestiegenes Umsatz- und Beförderungsvolumen. Probleme bereitet nach wie vor der Fahrermangel.
Der positive Trend in der regionalen Dienstleistungsbranche setzt sich fort: Besonders gut läuft es in der Medienwirtschaft und der IT-Branche sowie im Immobilienbereich, während die Stimmung in der Zeitarbeitsbranche aufgrund von Gesetzesänderungen verhalten ist.

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