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Insolvenzantrag für Nordseewerke Emden gestellt

Kategorie Finanzen, Unternehmen 31. Mai 2015

Nordseewerke Emden: IG Metall Küste kritisiert Versagen der Geschäftsführung

Luftaufnahme der Nordseewerke

Die ehemalige Traditionswerft Nordseewerke im ostfriesischen Emden hat einen Insolvenzantrag gestellt. Foto: Hans-Peter Heikens

Mit Empörung hat die IG Metall Küste auf den gestellten Insolvenzantrag für die Nordseewerke in Emden reagiert. „Gewerkschaft und Betriebsrat haben jegliches Vertrauen in den Investor DSD Steel verloren. Nach der Übernahme der Nordseewerke ist es dem Unternehmen nicht gelungen, für neue Aufträge zu sorgen und damit die Arbeitsplätze der Kolleginnen und Kollegen zu sichern“, sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste.

Die Gewerkschaft lehnt die vom Unternehmen angestrebte Insolvenz in Eigenverantwortung kategorisch ab: „Wir brauchen jetzt einen starken und erfahren Insolvenzverwalter, dem es um die Fortführung des Unternehmens und die Sicherung des Standortes und der Arbeitsplätze geht. Denjenigen, die die Situation mit zu verantworten haben, dürfen wir nicht die Entscheidung über die Zukunft des Unternehmens und der Beschäftigten überlassen“, so Geiken weiter.

Michael Hehemann, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Emden, erklärte: „DSD versucht jetzt, die Verantwortung auf andere zu schieben: Gründe für den Insolvenzantrag waren nicht nur die schwierigen politischen Rahmenbedingungen, sondern vor allem auch das Versagen der Geschäftsleitung. Sie hat keinerlei Herzblut an den Tag gelegt“, so der Gewerkschafter. Die IG Metall Emden werde jetzt in enger Abstimmung mit Betriebsrat und Landesregierung das weitere Vorgehen beraten. Bereits am Nachmittag seien erste Gespräche vor Ort, u.a. mit Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies, geplant.

Nordseewerke Emden: Mehr als 110 Jahre Erfahrung mit Stahl

Die Nordseewerke Emden sind schon sehr lange Teil der ostfriesischen Geschichte. Das Unternehmen selbst blickt auf eine mehr als 110-jährige, wechselhafe Geschichte zurück. Auf der eigenen Website der Nordseewerke Emden ist diese wechselhafte Geschichte nachzulesen.

Die Nordseewerke wurden 1903 als Schiffswerft gegründet. Segellogger und Krabbenfänger liefen als erste vom Stapel. Bis in die 90er Jahre verließen Hunderte Frachter, Container- und Kreuzfahrtschiffe die Werft. Ein Schwerpunkt war der Bau von U-Booten für Kunden in der ganzen Welt. 2009 erlebte das Werk den vorerst letzten Stapellauf: das Containerschiff „Frisia Cottbus“.

Im Laufe der Jahrzehnte hatte das Werk mehrere Besitzer, aber der Name “Nordseewerke” blieb immer erhalten. Allen Projekten – alten und neuen – ist eines gemeinsam: die Erfahrung mit Stahl und Wasser. Heute steht der Name des Werkes für umfassende maritime Expertise in Sachen Stahl.

Seit 2013 Nordseewerke GmbH als 100-prozentiges Tochterunternehmen der DSD Steel Group
2009-2013 SIAG Nordseewerke
2008-2009 TKMS Blohm + Voss Nordseewerke GmbH
2003-2008 Nordseewerke
1976-2002 Thyssen Nordseewerke GmbH
1957-1976 Rheinstahl Nordseewerke GmbH
1952-1957 Nordseewerke Emden GmbH, als Tochtergesellschaft der Rheinstahl-Union Maschinen- und Stahlbau AG
1934-1952 Nordseewerke Emden GmbH, als Betriebsgesellschaft der Vereinigte Stahlwerke AG
1926-1933 Vereinigte Stahlwerke AG, Abt. Nordseewerke Emden
1912-1926 Deutsch-Luxemburgische Bergwerks- und Hütten-AG, Abt. Nordseewerke Emden
1903-1911 Nordseewerke Emder Werft & Dock AG

 

 

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