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Masterplan Ems 2050 beschlossen: Wie geht es weiter?

Kategorie Politik 25. März 2015

Der Maßnahmenkatalog aus dem Masterplan Ems im Überblick

Der Masterplan Ems 2050 ist beschlossen. Aber wie geht es jetzt weiter? Was ist mit dem Masterplan Ems beschlossen worden? Diesen Fragen ging das Handelsforum nach und hat die Folgen des Masterplans Ems einmal in einem Überblick zusammengefasst.

Luftaufnahme Ems-Sperrwerk Gandersum

Der Masterplan Ems 2050 sieht auch den Einbau einer Sohlschwelle beim Ems-Sperrwerk vor. Foto: Heikens

Die Verbesserung der Wasserqualität bis zum Jahr 2050, die in den vergangenen Jahren immer schlechter geworden ist, ist das eigentliche Ziel des Masterplans Ems. Andererseits soll die Meyer Werft in Papenburg den Fluss weiter für die Schiffsüberführungen nutzen können. Dass der Masterplan gerade im Landkreis Leer so umstritten war, hat vor allem damit zu tun, dass die nötigen Ausgleichsflächen für den Naturschutz ausschließlich von Landwirten im Landkreis Leer zur Verfügung gestellt werden. Die Bauern machten ihrem Unmut Luft, weil sie eine Verknappung der Agrarflächen und höhere Pachtpreise befürchten. Sie meinten daher, dass die Werft an die Küsten umziehen solle. Das sei günstiger. Nach langen Verhandlungen einigte man sich schließlich darauf, dass es im Landkreis Leer bei der Ausweisung der Ausgleichsflächen für den Naturschutz eine Obergrenze von 250 bis 300 Hektar geben soll. Insgesamt, so sieht es der Masterplan Ems vor, soll die Landwirtschaft etwa 700 Hektar für den Naturschutz zur Verfügung stellen.

Masterplan sieht Einbau einer Sohlschwelle vor

Zu den wohl vorrangigsten Maßnahmen des Masterplans Ems 2050 gehört der Einbau einer sogenannten Sohlschwelle beim Ems-Sperrwerk in Gandersum. Durch diese Sohlschwelle soll der Schwebstoffeintrag in die Ems vermindert werden.

Alle Sofort-Maßnahmen aus dem Masterplan im Überblick:

  1. Bau einer Sohlschwelle beim Sperrwerk in Gandersum
  2. Rückbau der Uferbefestigungen, um neue Lebensräume zu schaffen
  3. Revitalisierung von sogenannten Nebenrinnen entlang der Ems
  4. Öffnung oder Rückbau von Sommerdeichen sowie sogenannten „Verwallungen“
  5. Schaffung von Tidepoldern mit einer Gesamtfläche von gut 500 Hektar. Diese Polder füllen sich bei Flut und liegen bei Ebbe trocken
  6. Neue Wiesenvogellebensräume im Binnenland
  7. Verbesserung der Durchgängigkeit von Schöpfwerken und Sieltiefs

Zur Ausarbeitung des Planes und für die Verhandlungen wurde eine Lenkungsgruppe gebildet. Besetzt ist sie mit Verantwortlichen aus der Stadt Emden, den Landkreisen Emsland und Leer, der Meyer Werft, dem World Wide Fund for Nature Deutschland (WWF), Bund für Umwelt und Naturschutz Niedersach­sen e.V. (BUND), dem Naturschutzbund Niedersachsen e.V. (NABU), der Gene­raldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, der Staatskanzlei sowie dem Umwelt- und dem Wirt­schaftsministerium.

Autor: Hans-Peter Heikens

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