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Mindestlohn: Klagen über steigenden Bürokratieaufwand

Kategorie Kammern, Unternehmen 21. April 2015

Regionale Unternehmen spüren deutlich Mindestlohn-Auswirkungen

symbolbild mindestlohn. 8,50 euro liegen auf dem Holztisch.

Die Auswirkungen des Mindestlohnes spüren auch die regionalen Unternehmen.

Die Auswirkungen des Mindestlohnes spüren auch die regionalen Unternehmen. 40 % der Unternehmen beklagen den dadurch gestiegenen Bürokratieaufwand. Damit sind die regionalen Unternehmen stärker als im Landesdurchschnitt von der zusätzlichen Bürokratie betroffen. Bei der landesweiten Befragung gab jedes dritte Unternehmen einen gestiegenen Bürokratieaufwand an. Das ergab jetzt eine Sonderauswertung der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim für das 1. Quartal 2015.

„Bereits nach 100 Tagen wie manche Politiker von einer Erfolgsgeschichte zu sprechen, ist verfrüht. Die aktuell günstige Konjunkturentwicklung überlagert die grundsätzlichen Probleme des Mindestlohns. Sie werden sich spätestens beim nächsten Konjunkturabschwung vor allem bei den gering Qualifizierten zeigen“, erklärte Marco Graf, IHK-Hauptgeschäftsführer. Aktuell sorgten niedrige Zinsen sowie geringe Öl- und Gaspreise noch für ein günstiges Umfeld.

95 % zahlen mehr als den Mindestlohn

Etwa die Hälfte der Unternehmen (47 %) spürt derzeit noch keine Auswirkungen des Mindestlohngesetzes. Allerdings zahlten 95 % der Unternehmen bereits im Jahr 2014 mehr als den Mindestlohn an ihre Mitarbeiter. Nur 5 % der befragten Unternehmen hatten im Jahr 2014 Arbeitnehmer zu einem Stundenlohn von unter 8,50 Euro beschäftigt. Insofern nimmt wegen der Bürokratiebelastung der Aufwand für viele solcher Unternehmen zu, die vom Mindestlohn eigentlich gar nicht betroffen wären.

Wenn die regionalen Unternehmen von zusätzlicher Bürokratie berichten, dann äußert sich diese in 70 % der Fälle durch die gestiegenen Anforderungen an die Dokumentation der Arbeitszeiten. In der Hälfte der betroffenen Unternehmen besteht der Aufwand in zusätzlichem Informationsbedarf und dem Erklären sowie Einfordern von sogenannten Verpflichtungserklärungen. In diesen erklärt ein Unternehmen gegenüber einem anderen, dass es den Mindestlohn an seine Beschäftigten zahlt. 27 % der betroffenen Unternehmen musste durch das Mindestlohngesetz sogar Änderungen in der internen Organisation vornehmen.

Mindestlohn wirkt sich auf alle Branchen aus

Deutliche Auswirkungen hat das Gesetz auf nahezu alle Branchen. Im Handel und hier insbesondere im Einzelhandel, in der Gastronomie, im Verkehrsgewerbe und bei den Dienstleistern klagen über die Hälfte der befragten Unternehmen über einen gestiegenen Aufwand. Lediglich das Verarbeitende Gewerbe ist vergleichsweise wenig betroffen (31 %). Nach Ansicht der IHK trifft mit dem Mindestlohngesetz verbundene Bürokratiebelastung vor allem die kleinen und mittleren Unternehmen. Große Unternehmen verfügen hingegen über eine automatisierte Arbeitszeiterfassung.

Die IHK-Organisation setzt sich vor diesem Hintergrund für eine Anpassung des Mindestlohngesetzes und für eine Entlastung der Unternehmen bei den Dokumentations- und Haftungspflichten ein.

Auch in Oldenburg klagen Firmen über Mindestlohn

Auch im Oldenburger Land gibt es seit geraumer Zeit Klagen gegen die Vorschriften des Mindestlohns, wie das Handelsforum kürzlich hier berichtete. Darauf hatte die IHK Oldenburg jüngst hingewiesen.

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