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Ostfriesland: Immobilien werden immer teurer

Kategorie Politik, Tourismus 20. März 2015

Die Auswirkungen des anhaltenden Immobilienbooms in den touristischen Schwerpunktorten der Region beschäftigen die Industrie- und Handelskammer (IHK) für Ostfriesland und Papenburg seit geraumer Zeit. Darum traf sich der Tourismusausschuss der IHK in Norden zu einer Sondersitzung, bei der es vor allem darum ging, ob mit Hilfe der Bauleitplanung Fehlentwicklungen entgegen gesteuert werden kann.

Luftaufnahme von Emden in Ostfriesland

Ostfriesland: Der Immobilienboom an der Küste (hier eine Luftaufnahme von Emden) und auf den Inseln hält an. Foto: Heikens

Die Rechtsanwälte Jann Berghaus und Frauke Schlemminger trugen dazu die wesentlichen Ergebnisse aus einem von ihnen erstellten Gutachten vor. Berghaus verwies dazu einleitend auf die Probleme, die durch den zunehmenden Kauf von Häusern an der Küste und auf den Inseln durch auswärtige Investoren entstünden. Die ursprüngliche Struktur in diesen Orten, nämlich dass einheimische Bürger in ihrem Haus Gäste beherbergen, verschwinde zusehends. Dadurch verschiebe sich nicht nur die Sozialstruktur, auch drohe ein Attraktivitätsverlust mit längerfristig nachhaltig negativen Folgen für den Tourismus. Gleichzeitig bereite diese Entwicklung den Kommunen große Probleme, da es für die vorzuhaltende Infrastruktur weniger Nutzer gebe und damit auch die Finanzierung gefährdet sei.

In dem Vortrag informierten die Rechtsanwälte über die entsprechenden Baugesetze und –verordnungen. Dabei wurde deutlich, wie schwer sich insbesondere die Entwicklung von Ferienwohnungen durch die einschlägigen Bestimmungen steuern lässt. In der Regel bleibe nur der Weg über die Ausweisung von Sondergebieten.

In einem Kurzvortrag informierte Tina Mißmahl von der Wangerooger Gemeindeverwaltung über eine laufende Untersuchung zu den Strukturverschiebungen insbesondere auf den Inseln. Diese Untersuchung unter der Überschrift „Gentrifizierung der Nordseeinseln“ analysiert fünf Phasen, in denen sich die „Gentrifizierung“ – die eine Verschiebung der Einwohnerstruktur weg von der ursprünglich einheimischen Bevölkerung hin zu kapitalkräftigen Investoren beschreibt – vollzieht.

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