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Standortwahl bei Gründern oft aus persönlichen Gründen

Kategorie Unternehmen 29. Juni 2015

Vor einigen Tagen wurde der Gründerpreis Nordwest 2015 vergeben. Das Handelsforum berichtete bereits hier ausführlich darüber. Aktuell zur Verleihung des Gründerpreises Nordwest veröffentlichte statista jetzt eine Umfrage, in der es bei Firmen-Neugründungen insbesondere um die Standortwahl ging. Der wohl am häufigsten genannte Grund war der persönliche Grund.

Infografik: Standortwahl bei Gründern oft aus persönlichen Gründen | Statista

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Für den überwiegenden Teil der Gründer von IT- und Internet-Stat-Ups in Deutschland spielen persönliche Gründe eine entscheidende Rolle für die Auswahl des Standorts. Das gaben 80 Prozent der Befragten einer Bitkom-Untersuchung an. Die Infrastruktur im jeweiligen Ort wird von 65 Prozent und damit mit deutlichem Abstand genannt. An Position drei befindet sich mit der Lebensqualität zudem ein weiterer eher persönlicher Grund. Betrachtet man besonders die drei größten deutschen Städte fallen Unterschiede ins Auge. Bei den Berlinern spielt etwa das Start-Up-Netzwerk eine ebenso große Rolle wie die Lebensqualität. In Hamburg wird die Infrastruktur am häufigsten genannt. In München sind es wie bundesweit persönliche Gründe, die hier jedoch noch deutlich öfter vertreten sind.

Deutsche Gründer sind verhältnismäßig oft Gründer wider Willen

Wie statista bereits vor einigen Wochen erklärte, seien Deutsche Gründer verhältnismäßig oft Gründer wider Willen: Gründungen sind in Deutschland überdurchschnittlich oft auf einen Mangel an Alternativen zurückzuführen. Das zeigen Daten des aktuellen GEM-Länderberichts für 2014. Demnach kommt auf einen Gründer, der mangels Erwerbsalternativen zum Entrepreneur wird, mit 3,27 Gründern, die aufgrund einer Marktchance gründen, zwar immer noch eine Überzahl an sogenannten Opportunity-Gründern, das Verhältnis ist jedoch deutlich geringer als in anderen Staaten. In Frankreich kommen 5,1 Opportunity-Gründer auf einen „Necessity-Gründer“. In Schweden, Dänemark und Norwegen sind es zum Teil deutlich über zehn. In den USA sind es sogar über sechzig.

Infografik: Deutsche Gründer sind verhältnismäßig oft Gründer wider Willen | Statista

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Dies spiegelt eine ganz andere Einstellung zum Thema Selbstständigkeit und Unternehmertum wieder. In vielen dieser Länder gilt der Start eines eigenen Unternehmens als normal, wohingegen in Deutschland eine Mentalität zum Angestellten-Dasein herrscht und häufig nur aus der Not heraus gegründet wird. Gerade junge Menschen in Deutschland wollen nicht gründen. Viele sehen sich aber auch nicht ausreichend für diesen Schritt vorbereitet: Laut Europäischer Kommission halten sich in Deutschland nur rund ein Drittel der Personen zwischen 15 und 64 Jahren durch ihre Ausbildung für befähigt, ein eigenes Unternehmen zu führen.

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