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Tourismus: Digital mit Hindernissen

Kategorie Allgemein, Tourismus 23. Juli 2015
Mann mit Laptop am Strand (© Shutterstock)

Mann mit Laptop am Strand (© Shutterstock)

Die niedersächsischen Tourismusbetriebe sind online präsent, schöpfen aber nicht alle Möglichkeiten der Digitalisierung aus. Fehlendes Personal, eine langsame Breitbandversorgung, aber auch mangelnder Mut stehen im Weg. Zu diesem Ergebnis kommt der NIHK in seinem aktuellen Fokus Niedersachsen.

„Personalmangel, ein langsamer Internetanschluss, Sicherheitsbedenken und Rechtsfragen – es gibt viele Gründe, die die Digitalisierung in den Betrieben bremsen“, berichtet die Hauptgeschäftsführerin des Niedersächsischen Industrie- und Handelskammertags (NIHK) Dr. Susanne Schmitt und mahnt „der Breitbandausbau muss dringend weiter vorangetrieben werden.“ Mehr Rückenwind für die Unternehmen fordert Martin Exner, tourismuspolitischer Sprecher des NIHK: „Gerade kleine und mittelständische Betriebe, die häufig schon jetzt personell und finanziell am Limit sind, können die Digitalisierung allein kaum stemmen. Die Förderkulisse muss entsprechend ausgerichtet sein.“ Den Betrieben selbst rät Exner zu mehr Mut, auch mal Neues auszuprobieren, um am Ende nicht vom Markt verdrängt zu werden.

Immer mehr Menschen informieren sich digital über Reisen und Freizeitmöglichkeiten. Preisvergleiche, Bewertungsportale und Buchungstools sind jederzeit abrufbar. Das Netz begleitet den Gast von der ersten Idee über die Buchung bis zu den online geteilten Erlebnissen während oder nach der Reise. Unternehmen der Tourismusbranche müssen sich diesen Entwicklungen stellen, um am Markt bestehen zu können. Im Rahmen der IHK-Saisonumfrage wurde deshalb der Ist-Zustand der Digitalisierung in der Branche genauer untersucht. Der aktuelle NIHK-Fokus Niedersachsen zeigt Defizite und Handlungsbedürfnisse.

Grundvoraussetzung für professionelle Online-Aktivitäten ist ein ausreichend schneller Internetanschluss. In Niedersachsen ist noch viel Luft nach oben: Laut der Umfrageergebnisse muss mehr als die Hälfte der gastgewerblichen Betriebe mit weniger als 20 Mbit/s arbeiten. Zum Vergleich: Bis 2020 strebt das Land Niedersachsen eine flächendeckende Versorgung mit mindestens 30 Mbit/s an, die Bundesregierung hat sich sogar 50 Mbit/s bis 2018 als Ziel gesteckt.

Die meisten gastgewerblichen Betriebe (96 Prozent) sowie Reisebüros und Reiseveranstalter (88 Prozent) betreiben eine eigene Internetseite. Buchungsportale, Facebook und E-Mail-Newsletter nutzen rund 40 bis 60 Prozent der befragten Unternehmen. Die wichtigsten Instrumente werden also mehr oder weniger bespielt. Und doch bleibt noch viel Potenzial ungenutzt: An YouTube, Instagram, Google+ oder Twitter wagen sich die befragten Unternehmen selten heran. Blogs und Foren werden ebenfalls kaum genutzt. Auch bei der Zieldefinition kann noch nachgesteuert werden: die meisten nennen Neukundengewinnung und Kundenbindung als Ziel ihrer Online-Aktivitäten, Fachkräftegewinnung und Arbeitgebermarketing hingegen nur wenige. Das überrascht, da doch vor allem junge Leute digitale Medien ausgiebig nutzen.

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