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Tourismus-Hoch hält an

Kategorie Tourismus 18. Dezember 2015
© Shutterstock

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SAISONUMFRAGE HERBST 2015

Die niedersächsische Tourismus-Konjunktur hält sich stabil auf hohem Niveau. Die Rahmenbedingungen geben allerdings Anlass zur Sorge. Demografischer Wandel und Digitalisierung erzwingen Veränderungen, der Mindestlohn hinterlässt Spuren.

Das war ein gutes Sommerhalbjahr für die Tourismusbranche in Niedersachsen, so das Ergebnis der aktuellen IHK-Saisonumfrage Tourismus. Über 90 Prozent der befragten Gastgewerbebetriebe, Reisebüros und –veranstalter berichten von guten oder befriedigenden Geschäften im zurückliegenden Sommerhalbjahr.

Für das Winterhalbjahr wird kein Wachstum erwartet, sondern eher ein Halten des Vorjahresniveaus. „Dank einer insgesamt stabilen Wirtschaftslage stimmt momentan die Nachfrage. Die Zukunft bringt jedoch große Herausforderungen mit sich. Insbesondere der zunehmende Azubi- und Fachkräftemangel macht den Betrieben Sorgen. Dazu werden die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen vermehrt als Risikofaktor wahrgenommen“, sagt Martin Exner, Sprecher Tourismus des Niedersächsischen Industrie- und Handelskammertags (NIHK).

Ein Beleg dafür, dass die Rahmenbedingungen für Tourismusbetriebe Zündstoff beinhalten, ist das seit Jahresbeginn geltende Mindestlohngesetz. Knapp 70 Prozent der Gastgewerbebetriebe mussten laut der IHK-Saisonumfrage Änderungen in ihren Arbeitsabläufen einführen. Am häufigsten genannt wurden Preiserhöhungen und Änderungen des Lohngefüges. „Grund für solche Maßnahmen dürften allerdings weniger die Höhe des Mindestlohns von 8,50 Euro sein. Es ist vielmehr der Mehraufwand für Bürokratie, der kostbare Arbeitszeit kostet und damit die Abläufe verkompliziert und verteuert“, sagt Martin Exner von der IHK Lüneburg-Wolfsburg. Zusätzliche Belastungen dürfte außerdem die geplante Tourismusabgabe mit sich bringen. Ein Gesetzentwurf für eine niedersachsenweite Tourismusabgabe, die nicht mehr nur prädikatisierten Orten, sondern auch anderen touristischen Orten eine Tourismusfinanzierung eröffnen soll, ist zurzeit in der Verbandsbeteiligung. Zusätzliche Abgaben und Bürokratie könnten die Folge sein.

Ein weiterer Schwerpunkt der Saisonumfrage war das Thema Digitalisierung. Denn diese zwingt auch und gerade die Tourismusbranche, immer wieder aufs Neue, ihre Produkte, Arbeitsabläufe und Marketinginstrumente auf den Prüfstand zu stellen und zu aktualisieren. Überraschenderweise rechnet mehr als ein Drittel Befragten nicht damit, dass die Digitalisierung in den nächsten Jahren Auswirkungen auf ihr Unternehmen haben wird. „Man könnte daraus folgern, dass die Betriebe schon längst im digitalen Zeitalter verankert sind. Möglich ist aber auch eine andere Deutung: Haben die Betriebe die Digitalisierung verschlafen?“ gibt Exner zu bedenken.

Weitere Ergebnisse finden Sie in der ausführlichen Saisonumfrage des NIHK (Niedersächsischer Industrie- und Handelskammertag) zum Download. Für die Saisonumfrage wurden insgesamt 588 Antworten von Unternehmen aus Niedersachsen ausgewertet. Die Befragung lief im September/Oktober 2015.

Quelle: Niedersächsischer Industrie- und Handelskammertag

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