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Wirtschaftslage: Konjunkturhoch im Handwerk beschert neue Jobs

Kategorie Allgemein, Kammern 29. Oktober 2015
Wirtschaftslage: Konjunkturhoch im Handwerk beschert neue Jobs

Bild: Die Leistungen der Zahntechniker sind derzeit gefragt. Als Gesundheitshandwerk gehören sie zu den Zugpferden der regionalen Konjunktur. Foto: HWK

Volle Auftragsbücher, höhere Umsätze und mehr Beschäftigte: Der Konjunkturmotor im ostfriesischen Handwerk läuft wieder auf Hochtouren. Das hat die aktuelle Herbstumfrage der Handwerkskammer für Ostfriesland zur wirtschaftlichen Situation der Handwerksbetriebe ergeben. „Es zeigt sich einmal mehr. Unsere Mitgliedsbetriebe sind auch in herausfordernden Zeiten ein verlässlicher stabiler Faktor für die Region“, bewertet Hauptgeschäftsführer Peter-Ulrich Kromminga den Anstieg des Geschäftsklimas. Knapp 89 Prozent der Betriebe äußerten sich zufrieden mit der aktuellen Geschäftslage.

Zu den Zugpferden der Konjunktur gehören die Gesundheitshandwerke mit 67 Punkten, dicht gefolgt von den Ausbauhandwerken mit 66 Punkten. Die Augenoptiker, Zahntechniker, Hörgeräteakustiker oder Orthopädietechniker erhöhten vor allem die Beschäftigungszahlen; dort konnte jeder zweite Betrieb neue Mitarbeiter einstellen. Das Bauhauptgewerbe zeigt sich mit 65 Indexpunkten höchst zufrieden. „Die rege Bau- und Umbautätigkeit in der Region beschert der Bau- und Ausbaubranche volle Auftragsbücher“, erläutert Kromminga die Zahlen. Die Lebensmittelhandwerke präsentieren im dritten Quartal den größten Zuwachs: Im Vergleich zum Vorjahr legte die Branche mit über 14 Prozentpunkten auf 64 Indexpunkte zu. Auch die gewerblichen Zulieferer konnten eine Verbesserung der aktuellen Geschäftslage gegenüber dem Vorjahr aufweisen. Ausgeglichen bewerten die Handwerke für den persönlichen Bedarf ihre aktuelle Konjunktur. Im Vorjahresvergleich ist eine Verschlechterung um 13 Prozentpunkte auf 50 Indexpunkte festzustellen. „Hier schlägt der Mindestlohn zu Buche, mit dem besonders die Friseure und Kosmetiker im Frühjahr zu kämpfen hatten“, interpretierte der Hauptgeschäftsführer die Daten. Das Kfz-Handwerk bildet, wie in den vergangenen Jahren, das Schlusslicht mit nur 44 Indexpunkten.

Insgesamt konnte das Gesamthandwerk eine Steigerung des Umsatzes erzielen. Lediglich bei den gewerblichen Zulieferern und in der Kfz-Branche stagnierten die Umsätze. Auch die Auftragslage wird von den Gesundheitshandwerken angeführt: jeder dritte Betrieb vermerkte mehr Eintragungen im Auftragsbuch, während die Unternehmen der personenbezogenen Dienstleistungen einen Rückgang zu verzeichnen hatten.

„Mit der positiven Wirtschaftslage ist auch der Wettbewerb um die gut ausgebildeten Mitarbeiter ausgebrochen“, sagt Kromminga. Dies bekämen besonders die Baubranche, die Betriebe des Lebensmittelhandwerkes sowie die Handwerke des persönlichen Bedarfs zu spüren. „Der Auftragsbestand bei unseren Betrieben ist sehr gut. Bei einigen könnte er sogar noch besser sein, wenn sie zusätzliche Fachkräfte fänden“, so Kromminga weiter. Umso wichtiger sei es, dass die Politik die richtigen Rahmenbedingungen, auch in der Flüchtlingsdebatte, setze. Eine gute Handwerkskonjunktur sei die Voraussetzung dafür, dass das Handwerk der wichtigsten gesellschaftlichen Aufgabe, der Ausbildung junger Menschen, weiter engagiert nachkommen könne. „Die Betriebe brauchen motivierte Menschen mit oder ohne Migrationshintergrund, als Fachkraft oder als Auszubildende“, resümiert der Hauptgeschäftsführer.

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