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Wirtschaftspolitik bremst Mittelstand

Kategorie Allgemein, Kammern 31. März 2016

DIHK fordert „kluge Aktionen“ anstelle zusätzlicher Belastungen

(23.03.2016) Der Mittelstand will weiter Beschäftigung aufbauen, bleibt dabei allerdings aufgrund der aktuellen Risiken unter seinen Möglichkeiten. Das zeigt eine jetzt vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) veröffentlichte Sonderauswertung der jüngsten DIHK-Konjunkturumfrage.

DIHK Deutscher Industrie und HandelskammertagDIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben hält es für realistisch, dass kleine und mittelgroße Betriebe im laufenden Jahr 200.000 neue Stellen schaffen. Doch: „Es könnten noch mehr sein, würden nicht am Horizont der Unternehmen immer größere Risiken aufziehen“, erklärte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Aktuell sähen 44 Prozent der Mittelständler die Wirtschaftspolitik als Hemmschuh, das seien mehr als in den zurückliegenden fünf Jahren, berichtete Wansleben von den Ergebnissen des aktuellen DIHK-Konjunkturschlaglichts Mittelstand, das auf den Antworten von rund 25.000 Unternehmen beruht. 43 Prozent der Befragten sähen den Fachkräftemangel als Risiko – auch dies ein trauriger Rekord.

„Gleichzeitig kommt mit der Integration von Flüchtlingen in Ausbildung und Beschäftigung eine Herkules-Aufgabe auf den Mittelstand zu“, fuhr der DIHK-Hauptgeschäftsführer fort. „Umso mehr brauchen Unternehmen ein wirtschaftspolitisches Umfeld, das sie nicht zusätzlich belastet.“

Stattdessen wolle die Politik etwa mit einem Entgeltgleichheitsgesetz und der Regulierung von Zeitarbeit und Werkverträgen neue Hürden einführen, kritisierte Wansleben. „Ebenso wie der gesetzliche Mindestlohn wird sich das in der Summe als Boomerang erweisen, wenn die Konjunktur wieder nachlässt.“ Denn die historische Konstellation aus niedrigen Zinsen, Energiepreisen und Euro-Wechselkurs werde nicht von Dauer sein, warnte er.

Sein Appell: „Die Flüchtlingskrise darf nicht dazu führen, wichtige Reformvorhaben liegen zu lassen.“ Mit einer Reihe kluger Aktionen könne die Politik ein kräftiges Mittelstandspaket schnüren: „Dazu zählen die Verkürzung der Aufbewahrungsfristen für Steuerunterlagen von zehn auf fünf Jahren, die Wiedereinführung der degressiven Abschreibung, die Anhebung der Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter auf 1.000 Euro und das Recht auf kostenfreie verbindliche Auskünfte von den Finanzämtern.“

Die Umfrage „Wirtschaftspolitik bremst Mittelstand: DIHK-Konjunkturschlaglicht Mittelstand Jahresbeginn 2016“ mit weiteren Details steht rechts oben zum Download bereit.

Quelle

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